Donnerstag, 1. September 2011

1. September - Durch die Hamptons nach Montauk

Heute, am vorletzten Tag unserer Reise, sitze ich gemütlich am Morgen auf der Veranda unseres B&B in East-Quogue [:Ihst-Kwok:] auf Long Island, trinke Kaffee, lausche auf die Grillen und sonstiges Getier im Busch, beobachte Eichhörnchen, plötzlich ertönt das Glockenspiel der hiesigen Kirche und spielt diverse Melodien. Am Nachbarhaus wird handwerklich gearbeitet, die Sonne scheint – es ist herrlich hier – ich könnte ewig bleiben.

Nach einem frisch zubereiteten Omelettfrühstück hat uns unsere Gastgeberin Carole auf eine kleine Bootsfahrt eingeladen – nach einem klärenden Gespräch mit dem Ärzteorakel, ob die älteren Reiseteilnehmer für ein rasantes Rafting-Abenteuer tauglich sind, hätten nach Meinung der Fachleute die Karten günstig gelegen. So fuhren wir alle zu Caroles kleinem aber feinem Motorsportboot, 9feet lang, und begaben uns in den Quogue Canal, eine Passage zwischen Festland und Barrier Beach, einem vorgelagerten schmalen, kilometerlangen Inselstreifen, wo die Schönen und Reichen fürstliche Paläste hingesetzt haben und als Wochenendresidenz nutzen.

Carole hat uns einiges erzählt, z. B. das der Name Quogue indianischen Ursprungs ist und East Quogue früher Fourth Neck hiess. Weil aber die Touristen immer nur in den Nachbarort Quogue kamen, wurde Fourth Neck in East Quogue umbenannt.

Bis gestern hatten hier im Ort alle keinen Strom, und sie fuhr deshalb mit ihrem Hund nach Queens, wo sie noch ein Haus besitzt. Wir erreichten Long Island also keinen Tag zu früh!
 
















In der Marina




















Die drawbridge schließt sich wieder

Nachdem wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten, fuhren wir zum Leuchtturm von Montauk, an den östlichsten Punkt von Long Island. Die Fahrt führte uns über den Montauk Highway durch Hampton Bays, Water Mill, Bridgehampton, Easthampton, Amagansett und Montauk, bis wir schliesslich den Leuchtturm erreichten. Auf dem Weg sahen wir immer umgeknickte oder herabgefallene Äste, teilweise auch umgestürzte Bäume. Scheinbar hat Irene auf der Südgabel von Long Island mehr Schaden angerichtet als anderswo – oder aber die Baumschubser waren hier besonders aktiv.






















Am Montauk lighthouse - Land's end  auf Long Island
























Weil wir neben den hohen Parkgebühren nicht noch Eintritt zahlen wollten, um den gewissenhaft geschnittenen Rasen auf dem Leuchtturmareal betreten zu dürfen, begaben wir uns auf eine mutige Kraxeltour um das Kap herum. Natürlich musste das 24h-Ärzteteam vorher konsultiert werden, ob eine solch gewagte Wanderung den Senioren zumutbar ist, und prompt wurde Mutti wegen inadäquaten Schuhwerks von der Aktivität ausgeschlossen. So hüpften wir nur zu dritt von Stein zu Stein und konnten sogar einen kostenlosen Blick auf den Leuchtturm erhaschen.

In Montauk durften wir unseren Bus sogar gratis parken, wie untypisch für die Gegend um die Hamptons, aber wir waren ja auch im volksnahen Montauk, wo Normalverdiener urlauben. Entsprechend voll war der Strand. Nach Beinkontakt mit dem Atlantik, Inskriptionen in den Sand und ein wenig Sonnenbaden traten wir die Heimreise auf dem voll befahrenen Montauk Highway an.


















Am Abend besuchten wir auf Caroles Empfehlung das New Moon Cafe, wo wir ein letztes Mal amerikanisch dinierten. Es wurden Burger und Süsskartoffelfritten aufgetischt, nur Mutti verweigerte sich den amerikanischen Nationalgerichten und bestellte mexikanisch, was ihr aber auch nicht passte. Sie hätte wohl am liebsten Salzkartoffeln mit Leberwurst gegessen. Zu Hause will Jan Suppendiät machen, wie er seit Tagen, Kartoffelchips kauend, lauthals verkündet.

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