Donnerstag, 1. September 2011

31. August - Auf nach Long Island

Nach einem ausgedehnten Frühstück im unserem Ramada Hotel haben wir abermals Einblicke in die Frühstücksbräuche der Einheimischen erhalten und uns inspirieren lassen, wie ungeschickt man mit Messer und Gabel umgehen kann oder eben gleich ohne Besteck isst.

Das Hotel war im Übrigen total ausgebucht, da die umliegenden Ortschaften noch nicht gesamthaft mit dem wertvollen Gut der Elektrizität ausgestattet waren. Das Hotel bot stromlosen Anwohnern Zuflucht und machte sich daraus einen fetten Reibach. Wie professionell die Reiseleitung die Reise vorbereitet hat, zeigte sich hier erneut: Wohlwissend wurden Hotels ausgewählt, die hurrikansicher sind und auch in Zeiten des Notstandes alle Annehmlichkeiten bieten.

Etappenziel war das Naval Sub Museum in Groton, Connecticut, wo wir uns über die amerikanische Unterseestreitkraft informiert haben - man weiß ja nie, wofür man solches Wissen gebrauchen kann – solange Sie nicht in die Hände vom Klassenfeind geraten - „VEB Horch und Guck“ scheint immer dabei zu sein – jedenfalls werden die Bücher sauber gepflegt.

















Das erste atomgetriebene U-Boot, die USS Nautilus, wurde nach dem Krieg 1954 in Dienst gestellt, also zu Wasser (oder sagt man unter Wasser?) gelassen (nein, es läuft vom Stapel!) und schipperte bis in die 80er Jahre umher. Es fasste 115 Matrosen (im englischen Sailors – obwohl das Boot nicht ein einziges Segel hat) und etliche Torpedos  und zeigt ziemlich eindrücklich, wie gut man sich verstehen muss, um auf so engem Raum wochenlang auszuharren. Die Matrosen schlafen in Viererreihen übereinander, und auch in den Wellness-Oasen bleibt wenig Platz für die Schönheitspflege. Was für ein Glück, dass ich die U-Boot-Besichtigung ohne Kreuzfahrt gebucht habe.


In letzter Minute schafften wir die 15 Uhr Fähre in New London, die uns nach Orient Point auf Long Island brachte. Die Überfahrt dauerte nur 1h 20min.


















Von Orient Point fuhren wir direkt nach East Quogue. Hier hatten wir in Carole`s Bed&Breakfast zwei Zimmer reserviert. Wir haben uns das romantische Blumenzimmer unter den Nagel gerissen.

 

Am Abend sind wir in der Dämmerung zum Strand gefahren, wohlgemerkt zum Strand des Ozeans, welcher dann doch ein gutes Stück entfernt liegt und den wir nach einigen Umwegen fanden – wir haben ja keinen Zeitdruck und die Umwege verbuchen wir im „Land & Leute“-Programm, denn man muss mit Leuten ins Gespräch kommen, um das richtige Fleckchen Land zu finden. Geradenoch vor Einbruch der totalen Finsternis angekommen, haben wir die Beine ganz schnell ins erstaunlich warme aber sehr unruhige Wasser gehalten und ein paar riesige Muscheln gefunden. Danach haben wir an der nahe gelegenen Sitzbank zum z'Nacht gegessen und uns von den Dünenmücken die Beine zerstechen lassen (sogar durch die Hose – die Erinnerung an die Schwärme von stechwütigen sandflies am Huntington Beach aus dem Jahr 2006 waren sofort gegenwärtig). Also machten wir uns wieder auf den Nachhauseweg. Dort haben wir unsere älteren Reiseteilnehmer in die höchst komplizierten und umfangreichen Spielregeln von UNO eingeweiht (eine moderne Variante des althergebrachten Mau-Mau). Nach gefühlten zwei Stunden haben dann alle kapiert, dass es entweder die gleiche Zahl oder die gleiche Farbe sein muss.

In der guten Stube. Jan macht wieder Spass und sabotiert meine Dokumentationsarbeit





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